Akute Verwirrtheit, Desorientierung, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit – ein Delir zählt zu den häufigsten und zugleich herausforderndsten Komplikationen im Krankenhausalltag. Für Behandlungsteams bedeutet es oftmals einen hohen pflegerischen, medizinischen und organisatorischen Aufwand. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie wichtig ein strukturiertes, interprofessionelles Delirmanagement für die Sicherheit und Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten ist.
Schon zum sechsten Mal bietet die Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus (KBDiK) des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit einem Online-Symposium die Gelegenheit, sich über die Versorgung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu informieren. Im Mittelpunkt des 6. Symposiums der KBDiK am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, stehen zum Thema „Brücken bauen im Delir – von der Evidenz zu gelebter Praxis im Krankenhaus“ aktuelle Entwicklungen, praxisnahe Konzepte und innovative Ansätze im Delirmanagement. Expertinnen aus Medizin, Pflege und Krankenhausmanagement geben Einblicke in die evidenzbasierte Versorgung, die Umsetzung der S3-Leitlinie im klinischen Alltag, digitale Unterstützungsmöglichkeiten, ökonomische Aspekte sowie neue Wege der Wissensvermittlung.
Das Symposium wendet sich berufsgruppenübergreifend vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bayerischer Krankenhäuser, aber auch an weitere Interessierte. Die Veranstaltung wird ausschließlich im Onlineformat (via Webex) stattfinden.
Aufgrund des demografischen Wandels gewinnt das Thema „Menschen mit Demenz im (Akut-)Krankenhaus“ kontinuierlich an Bedeutung: Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, sondern auch die Häufigkeit der Krankenhauseinweisungen. Eine auf der General Hospital Study (GHoSt) beruhende Schätzung der Anzahl der in bayerischen Krankenhäusern im Jahr 2020 behandelten Patientinnen und Patienten mit Demenz ergibt 216.000 Behandlungsfälle. Die Umsetzung eines Demenzkonzeptes bringt im Krankenhaus für beide Seiten Vorteile – für Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte. Vor diesem Hintergrund wurde zum 1. April 2023 das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) beauftragt, die KBDiK einzurichten. Das Angebot zielt darauf ab, bayerische Akutkrankenhäuser auf ihrem Weg zu demenzsensiblen Konzepten – die häufig durch Mitarbeitende der Pflege initiiert werden – zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen.
Die VdPB ist Kooperationspartnerin der KBDiK und Mitglied in deren Beirat.
Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis zum 23. Juli 2026 über die Veranstaltungsseite der KBDiK möglich. Dort finden Sie auch das detaillierte Programm.
Vereinigung der Pflegenden in Bayern
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